Montag, 4. Dezember 2006
Der kleine Unterschied
Die Pflege von Kundendaten ist enorm wichtig. Die Reaktion auf Kundenanfragen per Mail ebenso. Beides sinnvoll miteinander zu verknüpfen scheitert bei vielen Unternehmen erstaunlicherweise schon im Ansatz. Das ist zumindest meine Erfahrung. Ich muss mich jedesmal innerlich zur Ruhe ermahnen, wenn ich (schon wieder) mit „Herr Miksch“ angesprochen wurde. So wie heute. Das ärgert mich, denn es zeigt ohne Umschweife, dass ein (potenzieller) Kunde es nicht mal Wert ist, zweimal hinzusehen. Vielleicht hatte der Antwortschreiber gerade einen schlechten Tag. Das zählt aber nicht, denn man sieht es nicht von außen. Von außen betrachtet agiert der Antwortschreiber im Namen des Unternehmens. Letztendlich haben „die“ es vermasselt.
Beim ersten Mal fiel das noch unter „Ärgerlich, aber kann ja mal passieren.“. Inzwischen zeigt mein persönliche Statistik, dass rund 90% (!) der Antwort-Mails eine männliche Anrede verwenden. Sogar dann, wenn ich mit dem Antwortschreiber bereits telefoniert habe ... Und ich klinge am Telefon mit Sicherheit kein bisschen zweideutig. Es ist auch nicht so, dass ich in E-Mails einen stark testosteronhaltigen Grundton anschlagen würde. Woran liegt das also? Wird ohne Nachfrage einfach die statistische Verteilung von Interessengebieten nach Geschlecht herangezogen? Ich bezweifle, dass das funktioniert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass technisch orientierte Fragen von Frauen derart exotische Begebenheiten sind. Und selbst wenn, ist das absolut kein Grund, derart ignorant damit umzugehen. Was ist es also? Desinteresse? Faulheit? Beides?
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