Mittwoch, 30. Mai 2007
Schreiben will gelernt sein ...
Eigentlich total lustig, wenn es nicht so traurig wäre ... Ja, ich geb's zu. Es ist trotzdem lustig. Das, was Gerrit über die Handhabung der deutschen Schriftsprache schreibt, begegnet mir auch jeden Tag in unterschiedlich gruseligen Facetten. Ich bin ein Fan der deutschen Sprache. Natürlich geht nicht gleich die Welt unter, wenn beispielsweise in einem (Spiele-)Chat einiges durcheinander gerät. Aber es wundert mich doch immer wieder, dass ähnlich viel Kauderwelsch an Stellen herauskommt, wo die Leute ernst genommen werden wollen.
Trotzdem: die kleinen Anekdoten in den Kommentaren sind zu köstlich ... ![]()
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Dienstag, 29. Mai 2007
Herkömmlich
Neulich lief ein Werbespot im Fernsehen, der mir unangenehm in Erinnerung blieb. Es ging um einen Joghurt, dessen Milchkulturen/Inhaltsstoffe sehr viel gesünder sein sollen als die eines herkömmlichen Joghurts. Ein herkömmlicher Joghurt ... Was bitte ist denn ein herkömmlicher Joghurt? Die Werbung impliziert jedenfalls, dass herkömmlich schlechter ist. Noch dazu werden alle Joghurts über einen Kamm geschoren, da sie vorher da waren, deshalb herkömmlich sind und damit automatisch schlechter. Isst man gerade irgendeinen anderen Joghurt, während dieser Werbespot läuft, hat man sofort das Gefühl, nur eine mittelmäßig gesunde Antiquität zu essen. Furchtbar.
Aber warum ist das Wort „herkömmlich“ hier so negativ besetzt? Betrachten wir es mal abseits dieses Werbespots. Dabei fällt sofort auf, dass dieses Wort eigentlich gar nicht zur Kategorisierung von bestimmten Dingen verwendet wird, sondern zur Beschreibung von Vorgehensweisen. Wenn mir jemand sagt, er mache etwas auf herkömmliche Art, so assoziiere ich damit Worte wie bewährt oder auch traditionell. Und dies ist keineswegs negativ besetzt im Gegensatz zu der Verwendung im Werbespot. Gut, es besagt auch, dass keinerlei Überraschungen zu erwarten sind. Die herkömmliche Art ist der sichere, tausendfach erprobte Weg. Das mag man mögen oder nicht, schlechter ist es trotzdem nicht.
Also liebe Werbekreativen: ich bin immer neugierig auf all die wundersamen Dinge, die in Joghurts und anderem stecken und noch stecken werden, aber tut mir den Gefallen und erklärt mir die Vorteile des neuen Produktes ohne mein derzeitiges madig zu machen und mir zu suggerieren, ich wäre nicht auf dem Laufenden, wenn ich mich noch mit herkömmlichen Dingen zufrieden gebe!
Und überhaupt: was soll ich davon halten, wenn mein supermodernes Waschmittel, das ich seit einiger Zeit dem damaligen herkömmlichen vorziehe, morgen selbst zum herkömmlichen Waschmittel wird, weil es ein neues gibt? Wäscht es dann ab morgen schlechter? Laut Werbelogik müsste dies so sein. Müsste ich im Umkehrschluss nicht sauer auf den Hersteller sein, weil er mir bisher ein herkömmliches Waschmittel angedreht hat und mich deshalb nach einem anderen Produkt umsehen? Denkt mal drüber nach ...
P.S.: Auf den Vergleich mit dem Literglas hellblauer Ersatzflüssigkeit im Zusammenhang mit der herkömmlichen Windel habe ich bewusst verzichtet ...
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Dienstag, 15. Mai 2007
Zitat des Tages Nr. 7
Zusammenkommen ist ein Beginn,
zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
zusammenarbeiten ist Erfolg.
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Montag, 14. Mai 2007
Sinniges
Wer im Kampf über den Tod seniert, hat den Kampf bereits verloren.(Forensignatur)
Mir drängt sich da spontan eine Idee auf, welcher Kampf hier schon verloren scheint ... ![]()
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Sonntag, 13. Mai 2007
Spam ist nicht nur nervtötend
... sondern auch völlig sinnlos. Mal ernsthaft: die Grundidee ist – mal abgesehen davon, dass das trotzdem keiner leiden kann – keine grundsätzlich verwerfliche. Ursprünglich war die gemeine Spam-Mail von heute mal eine ganz normale Werbemail (habe ich gerade „normal“ gesagt? Soweit ist es schon ...). Quasi der schnöde Werbezettel aus dem Briefkasten in die virtuelle Welt transportiert. So war es ja auch mal. Da wurde für käufliche Dinge geworben vom Sektglas bis zur Inneneinrichtung. Wenn nun eine überschaubare Anzahl an Mails pro Tag eintrudelt, würde wahrscheinlich sogar niemand was sagen.
Praktisch an dieser Methode für den Werbenden ist, dass er einerseits keine Druckkosten für Prospekte hat und andererseits eine viel größere Verteilungsreichweite. Dumm nur, dass das auch all jene bemerkt haben, die nicht jugendfreie und/oder zwielichtige Dinge vertreiben wollen. Jene, die sowieso keine Prospekte drucken lassen würden aufgrund des fragwürdigen und nicht selten auch strafrechtlich relevanten Inhaltes. Jene kamen zusätzlich auf die Idee, dass nur viel viel hilft und sorgten fortan für eine schiere Überflutung mit Mails. Stellen wir uns mal vor, dass wir uns analog dazu jeden Tag erstmal im Hausflur durch einen hüfthohen Haufen Werbeprospekte an unserem Briefkasten wühlen müssten, um zu sondieren, ob vielleicht doch ein wichtiger Brief darunter ist ... Zudem wäre ich wenig erfreut, all das in gedruckter Form zu sehen, was in meinem Mailpostfach täglich eingeht. Mal davon abgesehen, dass ich mich nicht auf Raststätten rumtreibe, keine rein körperlich orientierten Bekanntschaften suche und auch keine „supergunstig“ Plagiat-Rolex brauche, tendiert mein Interesse für mysteriöse Mittelchen, die versprechen, vielerlei körperliche Gebrechen zu mildern, ebenfalls gen Null. Einige der Namen dieser Mittelchen habe ich sogar mal nachgeschlagen, weil sie eher nach chemischen Kampfstoffen klangen ...
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