Völlig fassungslos saß ich gestern Abend vor dem Fernseher, als kurz vor einem tornahen Freistoß für Deutschland die ZDF-Übertragung komplett ausfiel und stattdessen die befremdlich wirkende Meldung "Wir bitten, die Störung zu entschuldigen" erschien und relativ erfolglos versuchte, meinen Adrenalinspiegel auf ungefährliche Messwerte runterzuschrauben. Als nach einigen Minuten(!) wenigstens der Kommentar von Béla Réthy zu hören war, welcher von einem Stromausfall in Wien berichtete und fortan redlich bemüht war, den Flair einer mitreißenden Radioübertragung zu erzeugen, fragte ich mich, wie zum Teufel sowas passieren kann. Ein Stromausfall. Aha. Soweit nicht ungewöhnlich, wobei man sich nach etlichen Minuten mitunter schon fragt, ob es denn da keine redundanten Systeme gibt. Da wird immer vom Senden des "Weltbildes" aus Wien geredet und dann gibt es nichtmal einen Plan B für einen simplen Stromausfall. Das ist ein Sendezentrum dort, das heißt ein Medienunternehmen, das in absolut allen Dingen vom Strom abhängig ist. Und bei einer Fußball-Europameisterschaft erwarte ich eigentlich, dass zumindest in diesem Zeitraum Vorkehrungen getroffen werden, dass auch bei einem Notfall – der natürlich immer mal auftreten kann – für den Zuschauer keine Beeinträchtigung entsteht. Wenn das Schweizer Fernsehen nicht eingesprungen wäre, hätten wir wohl runde 20 Minuten kein Bild gehabt. Unglaublich, wenn man sich das mal richtig überlegt.
Und jetzt stellen wir uns mal vor, sowas passierte einem großen Rechenzentrum, einem mit "Weltanbindung" (aka Knotenpunkten) ... was würden die auf die Mütze kriegen ...
Mehr zum Bildausfall gibts bei Quotenmeter.
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