Freitag, 27. Juni 2008
Die technischen Tücken einer Fußball-EM-Übertragung (Teil 2)
Na bitte – geht doch. Ist schon doll, was man alles auf die Reihe bringen kann, wenn man erstmal von allen Seiten wegen Unfähigkeit zerrissen wurde
. Da frage ich mich natürlich: warum nicht gleich so? Kostet viel Geld, blabla, wird schon gehen, blabla ... Klar kostet das Geld, aber erstens fließt aus verschiedensten Quellen sicher mehr als genug ins Säckl und zweitens finden solche großen Fußballturniere ja nur alle zwei Jahre statt. Da kann man sich schon ein wenig Mühe geben, oder?
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Donnerstag, 26. Juni 2008
Die technischen Tücken einer Fußball-EM-Übertragung
Völlig fassungslos saß ich gestern Abend vor dem Fernseher, als kurz vor einem tornahen Freistoß für Deutschland die ZDF-Übertragung komplett ausfiel und stattdessen die befremdlich wirkende Meldung "Wir bitten, die Störung zu entschuldigen" erschien und relativ erfolglos versuchte, meinen Adrenalinspiegel auf ungefährliche Messwerte runterzuschrauben. Als nach einigen Minuten(!) wenigstens der Kommentar von Béla Réthy zu hören war, welcher von einem Stromausfall in Wien berichtete und fortan redlich bemüht war, den Flair einer mitreißenden Radioübertragung zu erzeugen, fragte ich mich, wie zum Teufel sowas passieren kann. Ein Stromausfall. Aha. Soweit nicht ungewöhnlich, wobei man sich nach etlichen Minuten mitunter schon fragt, ob es denn da keine redundanten Systeme gibt. Da wird immer vom Senden des "Weltbildes" aus Wien geredet und dann gibt es nichtmal einen Plan B für einen simplen Stromausfall. Das ist ein Sendezentrum dort, das heißt ein Medienunternehmen, das in absolut allen Dingen vom Strom abhängig ist. Und bei einer Fußball-Europameisterschaft erwarte ich eigentlich, dass zumindest in diesem Zeitraum Vorkehrungen getroffen werden, dass auch bei einem Notfall – der natürlich immer mal auftreten kann – für den Zuschauer keine Beeinträchtigung entsteht. Wenn das Schweizer Fernsehen nicht eingesprungen wäre, hätten wir wohl runde 20 Minuten kein Bild gehabt. Unglaublich, wenn man sich das mal richtig überlegt.
Und jetzt stellen wir uns mal vor, sowas passierte einem großen Rechenzentrum, einem mit "Weltanbindung" (aka Knotenpunkten) ... was würden die auf die Mütze kriegen ...
Mehr zum Bildausfall gibts bei Quotenmeter.
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Dienstag, 29. Mai 2007
Herkömmlich
Neulich lief ein Werbespot im Fernsehen, der mir unangenehm in Erinnerung blieb. Es ging um einen Joghurt, dessen Milchkulturen/Inhaltsstoffe sehr viel gesünder sein sollen als die eines herkömmlichen Joghurts. Ein herkömmlicher Joghurt ... Was bitte ist denn ein herkömmlicher Joghurt? Die Werbung impliziert jedenfalls, dass herkömmlich schlechter ist. Noch dazu werden alle Joghurts über einen Kamm geschoren, da sie vorher da waren, deshalb herkömmlich sind und damit automatisch schlechter. Isst man gerade irgendeinen anderen Joghurt, während dieser Werbespot läuft, hat man sofort das Gefühl, nur eine mittelmäßig gesunde Antiquität zu essen. Furchtbar.
Aber warum ist das Wort „herkömmlich“ hier so negativ besetzt? Betrachten wir es mal abseits dieses Werbespots. Dabei fällt sofort auf, dass dieses Wort eigentlich gar nicht zur Kategorisierung von bestimmten Dingen verwendet wird, sondern zur Beschreibung von Vorgehensweisen. Wenn mir jemand sagt, er mache etwas auf herkömmliche Art, so assoziiere ich damit Worte wie bewährt oder auch traditionell. Und dies ist keineswegs negativ besetzt im Gegensatz zu der Verwendung im Werbespot. Gut, es besagt auch, dass keinerlei Überraschungen zu erwarten sind. Die herkömmliche Art ist der sichere, tausendfach erprobte Weg. Das mag man mögen oder nicht, schlechter ist es trotzdem nicht.
Also liebe Werbekreativen: ich bin immer neugierig auf all die wundersamen Dinge, die in Joghurts und anderem stecken und noch stecken werden, aber tut mir den Gefallen und erklärt mir die Vorteile des neuen Produktes ohne mein derzeitiges madig zu machen und mir zu suggerieren, ich wäre nicht auf dem Laufenden, wenn ich mich noch mit herkömmlichen Dingen zufrieden gebe!
Und überhaupt: was soll ich davon halten, wenn mein supermodernes Waschmittel, das ich seit einiger Zeit dem damaligen herkömmlichen vorziehe, morgen selbst zum herkömmlichen Waschmittel wird, weil es ein neues gibt? Wäscht es dann ab morgen schlechter? Laut Werbelogik müsste dies so sein. Müsste ich im Umkehrschluss nicht sauer auf den Hersteller sein, weil er mir bisher ein herkömmliches Waschmittel angedreht hat und mich deshalb nach einem anderen Produkt umsehen? Denkt mal drüber nach ...
P.S.: Auf den Vergleich mit dem Literglas hellblauer Ersatzflüssigkeit im Zusammenhang mit der herkömmlichen Windel habe ich bewusst verzichtet ...
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